Stadt Treuenbrietzen
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Eine Rundreise durch Treuenbrietzen

Treuenbrietzen nur in Zahlen und nüchtern abgedruckten Tabellen beschreiben zu wollen, würde keine Auskunft geben über die Schönheit der Landschaft mit ihren Wiesen, Wäldern, Feldern und Teichen, über die Vielfalt des Lebens und der Tradition in den Orten rund um Treuenbrietzen und über die Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Doch auch mit dem nachfolgenden Text kann auf dem zur Verfügung stehenden Platz nicht die ganze Vielseitigkeit der Treuenbrietzener Umgebung beschrieben werden. Deshalb sei all denen empfohlen, die Land und Leute näher kennen lernen wollen, einen Ausflug in die Landschaft zu unternehmen. Am Nordhang des Flämings gelegen, besteht der Reiz dieser Landschaft aus den sanften Hügeln des niedrigen Flämings im Südwesten und den ebenen Flächen des Brück-Baruther Urstromtales im Nordosten. Dazwischen befinden sich Teiche und Flussläufe mit Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten.

Von Treuenbrietzen aus wollen wir den Weg nach Rietz einschlagen. Das Dorf mit 297 Einwohnern wurde bereits im Mittelalter erwähnt. Das ehemalige Rittergut dient heute noch als Wohnung. Der Park und die dazugehörige Grabanlage sind leider nicht mehr erhalten. Stolz können die Einwohner auf ihre restaurierte Kirche sein, deren Ursprung ins 12./13. Jahrhundert reicht. Wer will, kann im Gasthaus "Zu den drei Linden" eine Pause einlegen, bevor es nach Neu-Rietz weitergeht. Hier wohnt unter anderem der Maler Walter Lauche, der vor allem Flämingmotive malt. Seine Werke werden in nah und fern ausgestellt und haben somit einen großen Anteil an seinem Bekanntheitsgrad. In der Nähe von Neu-Rietz kann ein großer Findling, wie sie in der hiesigen Gegend häufig vorkommen, besichtigt werden. Um den "Bischofsstein" ranken sich viele Legenden. Hat ein Bischof hier eine Messe gefeiert? Wurden hier die Waffen vor einer entscheidenden Schlacht geweiht? Gleich daneben eine alte Flurbezeichnung, die "Oken" (Eichen), weist das vielleicht auf eine alte germanische Kultstätte hin? Ein geheimnisvoller Ort – allemal! Auch der Tradition fühlen sich die Rietzer verpflichtet. So haben sie ihren Radfahrverein wiederbelebt, der Anfang 1900 gegründet wurde. Der Radfahrverein trägt viel zum kulturellen Leben im Dorf bei. Gefeiert wird ein zünftiges Dorffest im Juni, ein Oktoberfest und Fastnachten sowieso.

Es geht weiter in den Ortsteil Lobbese und mit den Gemeindeteilen Zeuden und Pflügkuff. Hier oben in den alten Flämingdörfern – im Volksmund auch Bergdörfer genannt – kann man die gesamte Dorfanlage mit einem Blick erfassen, die großen Bauernhöfe, den Dorfteich in der Mitte des Ortes, eine Gastwirtschaft und die alten Dorfkirchen, die meist aus dem 13. Jahrhundert stammen. Die Welt ist hier noch überschaubar. Auf Grund des trockenen Bodens hatten früher die Bauern ihre Wiesen bei den sogenannten "Buschdörfern" gepachtet. Es bot sich dann ein großartiges Bild, wenn die "Fläminger" vom Heuen kamen, gekleidet in ihren farbenfrohen Flämingstrachten. Die Feuerwehrvereine prägen damals wie heute ganz wesentlich einen Großteil der Tradition und kulturellen Veranstaltungen.

Wir setzen unsere Reise auf den Fläminghügeln fort und gelangen zum Ortsteil Marzahna mit dem Ortsteil Schmögelsdorf. Marzahna und Schmögelsdorf liegen an der Bundesstraße B 2, einer sehr alten Handels- und Heerstraße, die ehemals über den wichtigen Elbübergang bei Wittenberg führte und im weiteren Verlauf über Leipzig, Nürnberg, München, Garmisch-Partenkirchen die Alpen überquerte und schließlich am Mittelmeer endete. Ob der Ortsname von der slawischen Göttin der Morgenröte "Marzane" abstammt, ist ungewiss, aber möglich, wenn man sich vorstellt, dass die im Osten aufgehende Sonne ihr nebliges Bett im Baruther Urstromtal verlässt und langsam höher steigt. Von den kaum bewaldeten Flächen um Marzahna ist dieses Schauspiel gut zu beobachten. Heute gibt es im Ort eine Grundschule, eine Kita, eine Zahnarztpraxis, eine Tankstelle, ein Wirtshaus mit Fremdenzimmern, Sportvereine und eine Freiwillige Feuerwehr.

Der Ortsteil Feldheim mit dem Ortsteil Schwabeck ist unsere nächste Station. Neben den alten Dorfkirchen gibt es auch Neues zu entdecken. So steht hier zum Beispiel eine moderne Windkraftanlage. Da Wasser auf dem Fläming schon immer knapp war, mussten früher die Bauern das begehrte Nass auf Wagen vom Brunnen holen – eine sehr mühsame Angelegenheit. Die Trinkwasserversorgung wurde erst Anfang der 60er Jahre im Dorf fertiggestellt. Vielleicht auch deshalb hat der rührige Schwabecker Heimatverein drei alte Brunnen und eine Viehtränke wieder neu hergerichtet. Bequeme Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Hier kann man die Seele richtig baumeln lassen. Die Vereine im Ort sorgen außerdem für das kulturelle Leben im Dorf, so zum Beispiel das traditionelle Maibaumaufstellen. Jedes Dorf stellt einen möglichst großen Maibaum auf, der auch des Nachts scharf bewacht werden muss, damit die Jugendlichen aus dem Nachtbardorf ihn nicht umsägen können. Diesen Brauch gibt es auf allen Dörfern um Treuenbrietzen. Zünftige Fastnachten mit Platzmeistern und Zempern sowie das Heimatfest Anfang Oktober sind weitere Höhepunkte im dörflichen Leben. Will man von Feldheim bzw. Schwabeck nach Dietersdorf gelangen, hat man zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man die Straße benutzen, die in ca. 2 km vom Dorf entfernt auf die B 2 trifft. Bevor man nach rechts in Richtung Treuenbrietzen abbiegt, kann man sich im Gasthof "Zur Linde" stärken und dabei die mächtige "Bayerneiche" bewundern. Etwa 800 m weiter linker Hand zeugt ein alter Grenzstein vom Verlauf der Grenze zwischen der ehemaligen Provinz Sachsen und der Provinz Brandenburg.

Das Zentrum Dietersdorf wird vom "Lutherbrunnen" dominiert. Der Sage nach hat der Reformator Martin Luther sich an diesem Brunnen erfrischt. Die andere Möglichkeit, um nach Dietersdorf zu kommen, ist die Dorfstraße durch Schwabeck weiter zu fahren. Vorbei an der neu hergerichteten Viehtränke erreicht man das Dorf Dietersdorf von der anderen Seite her. Wer eine Erfrischung sucht, der ist hier genau richtig. Das Flämingbad lädt zum Baden ein und auch eine gastronomische Versorgung sorgt für einen angenehmen Aufenthalt.

Wir fahren weiter nach Lüdendorf. Lüdendorf war früher eine Schäferei, dann ein Dorf und heute ist es ein Ortsteil von Treuenbrietzen. Im Volksmund wird Lüdendorf auch "Olle Süle" genannt. Der Name stammt vom ehemaligen Rittergutsbesitzer von Sehle auf Rietz, der auch Lüdendorf besaß. So wurde aus Lüdendorf "Olle Sehle", was später in "Olle Süle" umgewandelt wurde. Auch hier herrscht extrem trockenes Klima. Die Vegetation besteht deshalb vorwiegend aus Kiefern, die wiederum für ein gesundes Klima sorgen. Im Dorf kann man die Reste der aus Feldsteinen gebauten Schäferei noch sehen. Wer hier rasten oder auch übernachten möchte, dem sei Gaßkas Bierstube empfohlen. Modern und gemütlich eingerichtet, kann man hier zu sehr günstigen Preisen übernachten. Für all jene, die Ruhe und Entspannung suchen, genau das Richtige.

Es geht weiter nach Frohnsdorf, einem der größten Dörfer in früherer Zeit. Frohnsdorf ist heute ebenfalls ein Ortsteil von Treuenbrietzen. Der Ort besteht aus Alt-Frohnsdorf, am Lauf der Nieplitz gelegen, und einer neueren Siedlung, die in den 30er Jahren gebaut wurde. Hier im Quellgebiet der Nieplitz herrscht überwiegend Mischwald vor. Es empfiehlt sich, eine Wanderung durch das Nieplitztal in Richtung Treuenbrietzen zu unternehmen. Mehrere idyllische Teiche, Promenadenwege, Lehrpfade und diverse Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein, vor allem naturverbundene Wanderer werden nicht enttäuscht sein. Dass auch hier die Natur nicht zu kurz kommt, dafür sorgt der Siedlerverein, der auch sonst die Interessen der Frohnsdorfer vertritt.

Wir überqueren die Bundesstraße 102 und können auf einem Stück des neuen Zisterzienserradwanderweges fahren und gelangen so in die Gemeine Bardenitz mit den Ortsteilen Pechüle und Klausdorf. Das Kolonistendorf Klausdorf feierte im Jahr 1998 sein 250jähriges Bestehen. Zwei mittelalterliche Dorfstellen weisen auf die Existenz des Dorfes bereits im Mittelalter hin. Die einst wichtige Straße von Kloster Zinna nach Treuenbrietzen verlief ebenfalls durch Klausdorf. Bleibt man auf dem Radwanderweg in Richtung Bardenitz, kommt man an der schön hergerichteten Herrmannsmühle vorbei, die mit Mühlrad und Teich zum Verweilen einlädt.

Im Doppeldorf Bardenitz-Pechüle sind vor allem die Dorfkirchen aus dem frühen 13. Jahrhundert interessant. Sie gehören zu den ältesten der Umgebung und sind mit ihrer Innenausstattung sehenswert. In Bardenitz-Pechüle gibt es eine Kita, die Freiwillige Feuerwehr, eine Poststelle und eine Arztstation. Mehrere gastronomische Einrichtungen sorgen dafür, daß sich die Gäste und Einheimische wohl fühlen können. Einen Tip besonderer Art habe ich hier für Sie. Wenn Sie zur Spargelzeit kommen, dann können Sie dieses leckere Gemüse aus eigenem Anbau in Gasthaus "Zur Friedenseiche" probieren. Es gibt in der Gemeinde mehrere sehr aktive Vereine, die für ein besonders vielfältiges kulturelles und sportliches Angebot sorgen. Für ihr sauberes und gepflegtes Dorf sowie für ihr hervorragendes Gemeinschaftsleben errang die Gemeinde Bardenitz 1994 den 1. Platz im Kreiswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und 1996/97 den 3. Platz. Außerdem belegten sie im Landeswettbewerb den 3. Platz.

Weiter geht unsere Reise in die Ortsteile Niebel und Niebelhorst. Beide Dörfer liegen in der Ebene des Brücker-Baruther-Urstromtales. Niebel – 1345 erstmals erwähnt – ist wahrscheinlich durch deutsche Kolonisten gegründet worden. Niebelhorst hingegen wurde von der Stadt Treuenbrietzen 1579 als Vorwerk angelegt. Von 1576 bis 1579 gehörte das Dorf samt den Wiesen dem hochangesehenen Treuenbrietzener Bürger Dr. Köppen, der als Jurist am Markgräflichen Hof in Brandenburg tätig war. Die Köppensche Stiftung, die er damals ins Leben rief, existiert auch heute noch.

Die Freiwillige Feuerwehr ist in beiden Dörfern der Kulturträger, und im Gasthaus Nieplitztal in Niebelhorst ist bisher noch jeder Brand gelöscht worden.

Die letzte Station unserer Reise durch Treuenbrietzen ist das Rundlingsdorf Lühsdorf im äußersten Nordosten Treuenbrietzens. Die Dorfkirche ist ein neugotischer Backsteinbau vom Ende des 19. Jahrhunderts. Die Soldatengräber auf dem Friedhof zeugen davon, dass Lühsdorf im Jahre 1945 ebenso Kampfgebiet war wie der gesamte Amtsbereich auch. Lühsdorf liegt auch an einer sehr alten Talrandstraße, die als Vorgänger der heutigen B 2 gilt.

Sie führte von Treuenbrietzen am Lindberg vorbei über Lühsdorf nach Saarmund, Spandau, Oderberg und schließlich nach Stettin.

Die Reise durch Treuenbrietzen ist hier zu Ende. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und Ihr Interesse geweckt.

Ich freue mich auf Ihren Besuch, denn Treuenbrietzen hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten.