Stadt Treuenbrietzen
Großstraße 105
14929 Treuenbrietzen
Wappen der Stadt Treuenbrietzen 19.09.2019 

Der Schneiderstein

Etwa 5 km hinter Treuenbrietzen an der B 2 in Richtung Wittenberg liegt der Schneiderstein. Er ist ein geologisches Naturdenkmal. Die Steine sind skandinavischen Ursprungs und von dort während der Vergletscherung der norddeutschen Tiefebene abgelagert worden. Eine Reihe anderer erratischer Blöcke gehören noch zu diesem Stein, wie der Riesenstein auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Schneiderstein ist deswegen so interessant, weil es über ihn viele Sagen gibt.

Sagen vom Schneiderstein

 Als in Treuenbrietzen die Marienkirche gebaut wurde, wollte der Teufel, welcher in der Wittenberger Gegend hauste, das verhindern. Er schleuderte einen gewaltigen Stein auf die Kirche, hatte sich aber in der Entfernung verschätzt. So fiel er bereits am Finkenberg nieder und zersprang in zwei Teile.
 

 Ein Schneider wanderte einstmals von Treuenbrietzen nach Wittenberg. Am Finkenberg verstellte ihm der Teufel den Weg und wollte ihm die Seele rauben. Der Schneider bat um sein Leben. Der Teufel stellte als Bedingung, dass der Schneider mit seiner Elle den Stein spalte. Das gelang ihm auch. Der Teufel musste ihn weiterziehen lassen.

 Einstmals prahlten zwei Schneider über ihre Stärke. Schließlich behauptete der eine Geselle, der in Wirklichkeit der Teufel war, er könne den Stein mit einem Schlag seiner Elle spalten. Der andere ging auf die Wette ein. Tatsächlich zersprang der Stein. Da gewann der Teufel die Wette und zauberte den Schneider in den Stein.

 In alter Zeit lebte in der Gegend des Finkenberges ein Riesenehepaar. Der Mann fertigte für sich und andere Riesen Kleidung an und wurde deshalb der Schneider genannt. Im Streit mit seiner Frau ergriff er seine Elle und warf sie nach der Frau. Er traf aber den Stein, der durch die Wucht zersprang.

Wilhelm Schmidt schrieb ein Gedicht über den Schneiderstein.