Stadt Treuenbrietzen
Großstraße 105
14929 Treuenbrietzen
Wappen der Stadt Treuenbrietzen 18.08.2019 

Die Sankt Marienkirche


Abb 1: Frontansicht der St. Marienkirche

Abb 2: Blick auf St. Marien von der Marienkirchstraße


St. Marienkirche
evangelisches Pfarramt

14929 Treuenbrietzen
Großstraße 48

Tel. (033748) 15379
oder (033748) 70165


Die St. Marienkirche befindet sich in der Großstraße im Osten der Stadt. Der Baubeginn der spätromanische kreuzförmigen Gewölbebasilika im gebundenem System liegt vermutlich um 1220. Sie wurde um 1220 in Hausteintechnik begonnen und ab 1230 – 1240 in Backsteintechnik zu Ende gebaut. Die ursprünglich turmlose Basilika kommt dem Typus einer Klosterkirche nahe. Der Bau wurde von der Baukunst der Zisterzienser beeinflusst. Die Pfarrkirche gilt als eine der frühesten Beispiele für die Verwendung von Backstein und für die Wölbetechnik an Stadtpfarrkirchen. Eine Lateinschule wird 1370 an St. Marien erwähnt. Der Sakristeieinbau im nördlichen Kreuzarm und der quadratische Westturm mit einem Helm über vier Giebeln („Bischofsmütze“) sind aus der Zeit um 1500. Ein Vertrag mit Joachim Wagner wird 1739 über die neu zu errichtende Orgel mit 30 Registern auf 2 Manualen und Pedal abgeschlossen. Ab 1806 ist die Marienkirche von napoleonischen Truppen als Gefangenenlager bzw. Magazin genutzt worden. Erst 1811 konnten nach einer Restaurierung wieder Gottesdienste stattfinden. Durch die umfassende Restaurierung in den Jahren 1959 – 1965 ist der ursprüngliche Raumeindruck wiederhergestellt, die Bemalung der Gewölberippen freigelegt und sind die Einbauten des 18. und 19. Jahrhunderts behoben worden. Des weiteren wurden 1992 Sanierungs- und Restaurationsarbeiten an der Sakristei, der Kirchturmuhr, die aus dem Jahre 1748 stammt, und 1996 umfassende Arbeiten am Kirchturm durchgeführt. 1995 wurde der Anbau eines Sanitärtrakts realisiert. Die St. Marienkirche als Querschiffbasilika aus Feldsteinen ist die einzige erhaltene Stadtpfarrkirche aus der Entstehungszeit in der Mark. Bemerkenswert im Inneren sind die eingebaute Orgel von Joachim Wagner, der barocke Altaraufsatz und die Kanzel.
Vor der Kirche befindet sich die Lutherlinde, unter der Luther in Treuenbrietzen gepredigt haben soll. An der Nordseite steht ein Gedenkstein für Martin Chemnitz (geb. 1522 in Treuenbrietzen), der maßgeblich zur Durchsetzung der Reformation beigetragen hat und der als Generalsuperintendent in Braunschweig wirkte.