Stadt Treuenbrietzen
Großstraße 105
14929 Treuenbrietzen
Wappen der Stadt Treuenbrietzen 19.09.2019 

Bericht über eine Reise nach Chiaravalle im Juni 2010

Vom 25. bis 30. Juni 2010 weilte eine Delegation der Stadt Treuenbrietzen unter Leitung von Bürgermeister Michael KNAPE in der italienischen Partnerstadt Chiaravalle. Der Delegation gehörten 40 Treuenbrietzener Bürger an. (Teilnehmerliste siehe Anlage 1).

Ziel des Besuches war die offizielle Unterzeichnung eines Städtepartnerschaftsvertrages sowie die Herstellung direkter Kontakte zwischen Institutionen und Vereinen beider Städte. (Besuchsprogramm siehe Anlage 2). Der Besuch erfolgte im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Programms „Aktive Bürger/innen für Europa“, das unter der Maßnahme 1.1 Bürgerbegegnungen im Rahmen von Städtepartnerschaften vorsieht. Sie sollen dazu dienen, eine große Zahl von Bürgern und Bürgergruppen der Partnerstädte zusammenzuführen mit dem Ziel, Vorteile aus der Partnerschaft der Gemeinden zu erzielen, um stabile informale und persönliche Beziehungen zwischen den Einwohnern zu entwickeln.

Die Begrüßung der Delegation

Begrüßung der deutschen Delegation
auf dem Platz vor dem Rathaus in
Chiaravalle; Foto: Angela Bremer

Begrüßungshandschlag der beiden
Bürgermeister; Foto: Claudia Schäfer

Bei der Ankunft der deutschen Delegation waren eine Musikkapelle und mehrere Kulturgruppen der Stadt Chiaravalle auf dem Platz vor dem Rathaus (Piazza di Risorgimento) zur Begrüßung angetreten. Bürgermeisterin Daniela MONTALI verwies in einer kurzen Begrüßungsansprache darauf, dass sich in Chiaravalle die Sympathien für die deutsche Stadt Treuenbrietzen weiter vertieft haben. Es hat sich in der Stadt ein „Komitee für Partnerschaft“ mit der Stadt Treuenbrietzen gegründet, dem verschiedene Vereine angehören und an dessen Spitze Roberta MOSCA steht. Ihre Stellvertreterin ist die Grundschullehrerin Rafaela MAGNALARDO, eine Tochter von Edo MAGNALARDO. Roberta MOSCA bezeichnete den Besuch als den Beginn eines intensiven kulturellen Austausches. Durch die Städtepartnerschaft werden beide Seiten dazu angeregt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Rafaela MAGNALARDO ergänzte, dass mit dem Besuch das Vermächtnis ihres 2004 verstorbenen Vaters erfüllt werde. Für sie bleibe Treuenbrietzen die Stadt, in der ihr Vater zum zweiten Mal geboren wurde, und nicht die Stadt in der deutsche Soldaten die Todesschüsse auf ihn abgaben.

Bürgermeister Michael KNAPE erwiderte, dass die Delegation aus Treuenbrietzen gekommen sei, um ein an Edo MAGNALARDO gegebenes Versprechen einzulösen: die Besiegelung einer Städtepartnerschaft. Er dankte der Witwe von Edo MAGNALARDO und dem letzten der vier Überlebenden des Massakers in der Kiesgrube von Nichel für ihre Anwesenheit bei dieser Veranstaltung. Zugleich sprach er seinen Dank an das Partnerschaftskomitee und Frau MONTALI persönlich für die detaillierte Vorbereitung des Besuches aus. Die Gastfreundschaft, die hier überall zu spüren ist, sei ein Beweis dafür, dass die Bürger Europas sich immer näher kommen.

Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages

unterschriebener Städtepartnerschaftsvertrag;
Foto: Gerald Paul

Handschlag zum Abschluss des Städtepartnerschaftsvertrag;
Foto: Gerald Paul

Die feierliche Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde fand am 26.Juni 2010 im Theater „Valle“ der Stadt Chiaravalle statt. (Text des Vertrages siehe Anlage 3). Die Zeremonie wurde von den Musikern der „Banda musicale di Chiaravalle“ festlich umrahmt. Anwesend war bei der Veranstaltung auch das Mitglied des Europäischen Parlaments Leonardo DOMINICI.

Frau MONTALI bezeichnete die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde als Krönung der bisherigen Begegnungen zwischen beiden Städten. Insbesondere die Anwesenheit von zehn Schülern im Rahmen der Treuenbrietzener Delegation sei ein konkretes Zeichen dafür, dass das Nachdenken über Vergangenheit und Zukunft sich auch bei der jüngeren Generation fortsetzt. Die Realisierung der Partnerschaft muss jetzt über verschiedene Projekte im kulturellen, wirtschaftlichen und sportlichen Bereich erfolgen. Die Partnerschaft soll ein Beitrag sein auf dem Wege zur Vereinigung der Völker und Staaten Europas. Sie soll die gemeinsamen Werte auf dem Wege zum Europa der Bürger betonen und das Nachdenken über die Geschichte Europas fördern.

Bürgermeister KNAPE dankte noch einmal dem Initiator der Städtepartnerschaft Edo MAGNALARDO dafür, dass er die Hand zur Versöhnung ausgestreckt hat. Er verwies darauf, dass es notwendig sei, aller unschuldigen Opfer des Krieges zu gedenken, und dass es dabei um zweierlei geht: Erinnern und Nachdenken.

Überreichung des Gastgeschenkes von
Chiaravalle; Foto: Gerald Paul

Überreichung des Gastgeschenkes von
Treuenbrietzen; Foto: Gerald Paul

Abschließend wurden die Hymnen Italiens, Europas und Deutschlands gespielt sowie Gastgeschenke ausgetauscht. Der Bürgermeister von Treuenbrietzen übergab ein von Mathias LINDEMANN aus Bleiglas gefertigtes Wappen der Stadt Treuenbrietzen. Die Bürgermeisterin von Chiaravalle überreichte einen Teller mit dem eingravierten Datum des offiziellen Beginns der Städtepartnerschaft. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Festigkeit der Städtepartnerschaft der Festigkeit des Materials entsprechen werde, aus dem der Teller gefertigt ist.

Das Forum zur Europäischen Jugendpolitik

Die Sprecher des Runden Tisches;
Foto: Gerald Paul

Am 26.Juni 2010 fand im Saal „Conversi“ des Theaters ein RunderTisch statt, der unter dem Motto stand: „Junge Menschen in Europa – Teilhabe an der Demokratie und Förderung der aktiven europäischen Bürgerschaft“. Die Moderation des Forums lag in den Händen von Michela VERDENELLI, Assessor für Jugend und Tourismus in Chiaravalle. An der Aussprache beteiligten sich der Europaabgeordnete Leonardo DOMENICI, Roberta MOSCA, eine italienische Austauschschülerin sowie Sandra HOEDT und Peter GRONEMEIER von deutscher Seite. Anwesend war auch der Bürgermeister von Ancona.

Leonardo DOMENICI erklärte einleitend, dass er 12 Jahre Bürgermeister von Florenz gewesen war, dass er in dieser Zeit aber nichts von seinem Florentiner Mitbürger Herrn CESERI und seinem Schicksal erfahren habe. Er will jetzt etwas unternehmen, um ihm die notwendige Anerkennung zu sichern. Weiter sagte er: Beim Aufbau Europas dürfe man die Leiden nicht vergessen, die andere Völker zu erdulden hatten. Wir müssen die Erinnerung bewahren, wenn es um die Zukunft eines friedlichen Europas geht.

Der Europaabgeordnete DOMENICI lud eine gemeinsame Delegation aus Chiaravalle und Treuenbrietzen zu einem Besuch des Europaparlaments ein. Er empfahl, in dieser Frage Kontakt zu brandenburgischen EU-Parlamentariern aufzunehmen. Des Weiteren verwies er darauf, dass Jugendprojekte durch die EU besonders gefördert werden und dass im Europaparlament viele Repräsentanten der jüngeren Generation vertreten sind. Es wächst dort eine neue Generation europäischer Führungskräfte heran. Diese neue Generation ist auch in der Lage, dafür zu sorgen, dass sich die EU künftig mit den entscheidenden Fragen des europäischen Zusammenwachsens beschäftigt und nicht mit irgendwelchen nebensächlichen Randproblemen.

Sandra HOEDT ging in ihrem Beitrag auf die Zukunftsdiskussionen in Treuenbrietzen ein. Wo wird die Stadt im Jahre 2025 stehen? Wie bleibt die Stadt lebenswert? In dieser Entwicklung wird die Städtepartnerschaft ein wichtiger Faktor sein. Deshalb sind dieses Mal auch 10 Kinder Mitglieder der Delegation. Sie haben zuvor an ihrer Schule eine Arbeitsgemeinschaft „Italien“ ins Leben gerufen. Der Austausch zwischen den Schulen der beiden Partnerstädte soll dazu beitragen, dass die Schulkinder unvoreingenommen in einem geeinten Europa aufwachsen.

Roberta MOSCA unterstrich, dass es um eine allseitige Bildung und Erziehung der Jugend geht. Dazu gehört auch das Erlernen von Sprachen. Nur so ist ein gegenseitiges Kennen lernen der Jugend in Europa möglich.

Die Zusammenarbeit der Radfahrvereine

Der Radfahrverein Rietz stellt seine
Wirkungsfelder vor; Foto: Claudia Schäfer

Überreichung der Gastgeschenke;
Foto: Peter Spitzner

Am Abend des 26.Juni 2010  fand ein Treffen von Vertretern des Radfahrvereins Rietz und des Radfahrvereins BICIPIÚ  aus Chiaravalle statt. Auf der Tagesordnung stand eine Aussprache über die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Radfahrens. Dabei geht es um Fragen der Verbesserung der Lebensqualität  in den Städten, um Freiwilligenarbeit und um den Schutz der Landschaft.

Michela ANGELETTI von der Bicipiù informiert zunächst darüber, dass sich der Präsident ihres Vereins, der stellvertretende Bürgermeister Antonio MOSCATELLI, mit neun weiteren Radfahrern aus Chiaravalle in Prag befindet, um von dort über Treuenbrietzen nach Berlin zu fahren. Dann spricht sie über die Arbeit ihres Vereins, der im Jahre 1995 gegründet wurde. Seine Ziele sind die Verbindung zur Natur, die Förderung der Gesundheit und der Kampf gegen Umweltverschmutzung. Der Verein hat etwa 100 Mitglieder. Sie reichen von normalen Bürgern über Fahrradfans bis zu Spezialisten. Die Bicipiù hat sich dem Verband AVIS angeschlossen, einer Blutspender- Organisation. Dort befindet sich auch ihr Vereinssitz. Für die Zukunft plant der Verein, spezielle Radtouren einzurichten. So soll es eine Melonen- Tour, eine Nachttour und eine Wein- Tour geben.

In Chiaravalle und Umgegend gibt es gegenwärtig 12 km Radwege, darunter ein 5 km langer Radweg, der direkt nach Falconara zur Adria führt. Geplant ist ein 50 km langer Radweg entlang am Esino- Fluss bis zu den Grotten von Frasassi, der in Teilbereichen schon fertig ist. Der Verein kümmert sich auch um den Erhalt der Agrarwege und um die Zusammenarbeit mit den Schulen. So führen Mitglieder des Vereins theoretische und praktische Fahrradkurse an den Schulen durch. Sie dienen der Verkehrserziehung und der Gesundheitsförderung. Durch das Projekt „Bicibus“ sollen Kinder daran gewöhnt werden, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Ein Verantwortlicher des Vereins holt dabei die Kinder von den Fahrrad- Haltestellen ab.

Wer mit dem Fahrrad nach Chiaravalle fährt, erhält in vielen Geschäften 15% Rabatt. Seit 2009 gibt es auch einen Vertrag mit der staatlichen Eisenbahn „Trainitalia“. Auf der Grundlage dieses Vertrages werden die Fahrräder von Radfahrern kostenlos von der Bahn mitgenommen. Diese Regelung, die zunächst bis 2014 gilt, gibt es in Italien bisher nur in den Marken.

Gerald PAUL informierte über die Geschichte und die Aktivitäten des Radfahrvereins Rietz. Er schlug vor, künftig abwechselnd gemeinsame Fahrradtouren in Raum Chiaravalle und im Raum Rietz durchzuführen.

Die Zusammenarbeit der Schulen

die beiden Wappen von Treuenbrietzen
und Chiaravalle; Foto: Claudia Schäfer 

in der Geschichtswerkstatt malen deutsche
und italienische Schüler die beiden Wappen
auf T-Shirts; Foto: Claudia Schäfer 

Die Geschichtswerkstatt zum Thema „Die europäischen Werte, der Aufbau der Demokratie in Europa und die aktive Bürgerschaft“ findet in der Integrierten Grundschule statt. Mittels eines Spiels, bei dem sich die deutschen und die italienischen Schüler gegenseitig den Ball zuspielen und sich anschließend einander vorstellen, kommen die Schüler beider Städte miteinander in Kontakt. Dann wird ihnen eine Aufgabe gestellt, die mit der ältesten Geschichte ihrer Orte verbunden ist, dem Stadtwappen. Nachdem den Schülern der Inhalt der beiden Stadtwappen erläutert wurde, erhält jeder Schüler ein weißes T- Shirt. Darauf soll er die Stadtwappen der beiden Partnerstädte einzeichnen. Nach Abschluss der Arbeit signieren alle Schüler das Hemd und können es als Souvenir und Erinnerung an die Geschichtswerkstatt mit nach Hause nehmen.

In Chiaravalle gibt es zwei Schulinstitute. Sie gliedern sich jeweils in eine Vorschule vom 3. bis zum 6.Lebensjahr (scuola materna), einen Grundschule (scuola elementare) bis zur 5.Klasse und einer Mittelschule (scuola media) bis zur 8.Klasse. Eines der beiden Schulinstitute arbeitet nach den Prinzipien von Maria MONTESSORI, das andere Institut ist eine integrierte Schule, die pluralistisch an die Bildungsprinzipien herangeht. Ab dem 15.Lebensjahr können die Schüler ein Gymnasium in den benachbarten Städten Jesi, Ancona oder Falconara besuchen. In Chiaravalle gibt es nur eine weiterführende Berufsschule für Sozialberufe (PODESTI).

Beide Seiten tauschen sich auch über ihr Schulsystem aus. In Chiaravalle gibt es Ganztagsschulen für die Schüler der 1. bis 5.Klasse. Die Betreuung erfolgt von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Die Klassenfrequenz beträgt 20 bis 25 Schüler. Für jede Klasse stehen zwei Lehrer bereit, einer für die naturwissenschaftlichen und einer für die geisteswissenschaftlichen Fächer. Beide Lehrer begleiten die Schüler von der 1. bis zur 5.Klasse. Hinzu kommen zwei Fachlehrer für Religion und Englisch. Behinderte Schüler sind in die Klassen integriert, für sie gibt es aber noch einen zusätzlichen Lehrer. Jeder Lehrer hat 22 Wochenstunden  Unterricht und zwei Stunden für Verwaltungsarbeit. Die Zahl der Ferientage ist zentral festgelegt.

Jede Schule erhält zentral vom Ministerium einheitliche Vorgaben für den Unterricht, die in ganz Italien die gleichen sind. Über die pädagogische Umsetzung dieser Rahmenvorgaben kann jeder Lehrer selbst entscheiden. Unterstützung erhält er dabei von den auf regionaler Ebene arbeitenden Kommissionen.

Zusammenarbeit im Bereich Handel und Gewerbe

Die Sprecher des Bereichs „Handel und Gewerbe“;
Foto: Diana Woithe

Produktverkostung im Weinladen;
Foto: Diana Woithe

Am 29.Juni 2010  treffen sich im Saal „Giacconi“  des Theaters die Vertreter der Verbände, der Produzenten, Handwerker, Geschäftsinhaber und Händler beider Städte zu ihrer ersten Begegnung im Rahmen der Städtepartnerschaft. Sie beraten über die Vermarktung typischer regionaler Produkte in beiden Städten und die Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung der „Weißen Nacht“ des Handels. Die Beratung wird von Cristina CICIANI geleitet, der Assessorin für Finanzpolitik und produktive Aktivitäten in der Kommune Chiaravalle.

Fabio LANCIANI, Vizepräsident der Nationalen Vereinigung der Handwerker in Italien und Verantwortlicher für die Region Ancona, sieht das Ziel der Beratung in der Anbahnung direkter Kontakte zwischen den Handwerkern und Händlern beider Orte. Viele Handwerksbetriebe in Chiaravalle verfügen über eine lange Familientradition. Sie stehen ebenso für das Markenzeichen „made in Marche“ wie die zahlreichen Produkte der lokalen Landwirtschaft. Hinzu kommt das Kunsthandwerk, das über lange Traditionen verfügt. Mit der Entwicklung des Tourismus steigt auch die Rolle des kulinarischen Bereiches. Eine gemeinsame Aufgabe beider Städte sieht er in der Erhaltung lebendiger Innerstädte, da sonst alles zu den großen Handelsketten vor den Toren der Stadt abwandert. Der wichtigste Trumpf in der Auseinandersetzung mit den Handelsketten ist die Qualität sowie die fachgerechte und persönliche Bedienung in den kleinen Geschäften.

Giovanna LORI von der Handwerkervereinigung Chiaravalle fügt hinzu, dass es in Chiaravalle 371 gewerbliche Unternehmen gibt. Die jüngste Krise habe auf das Wirtschaftsleben in den Marken kaum Auswirkungen gehabt.

Sabine ZOBEL und Claudia SCHÄFER informieren über Erfahrungen der Arbeitsgruppe Handel innerhalb des Vereins „Aktiv für Treuenbrietzen“ bei der Vorbereitung und Durchführung der langen Einkaufsnacht und der Sabinchenfestspiele.

Cristina CICIANI verwies darauf, dass man immer mehr Gemeinsamkeiten erkennt, je länger man über die Probleme redet. In Chiaravalle führen die Familien ihre Großeinkäufe am Wochenende in den Einkaufszentren durch, während sie den Rest und das Besondere im Laufe der Woche in den kleinen Geschäften erwerben. Aber alles ist natürlich auch eine Frage des Budgets, das dem Einzelnen zur Verfügung steht. Abschließend sagt sie noch, dass der Verein „Pro Loco“ in Chiaravalle nicht nur die „Weiße Nacht“, sondern auch den Advents- und Weihnachtsmarkt vorbereitet. Sie lädt Treuenbrietzen ein, mit eigenen lokalen Produkten auf dem Weihnachtsmarkt in Chiaravalle präsent zu sein. Damit könnte ein weiterer Schritt getan werden, um die Partnerschaftsbeziehungen zwischen beiden Städten von der Verwaltungsebene auf die Bürgerebene zu verlagern. Bürgermeister KNAPE stimmte dem Vorschlag zu.

Zum Wirken von Maria MONTESSORI

deutsche und italienische Kinder basteln
zusammen das Bild der Zisterzienser-Abtei
„Santa Maria in Castagnola“ in Chiaravalle;
Foto: Dagmar Schlenz

das fertig gebastelte Bild der Zisterzienser-Abtei
„Santa Maria in Castagnola“ in Chiaravalle;
Foto: Katrin Päpke

Am 30.Juni 2010 lud der Direktor der MONTESSORI- Gesellschaft, Lucio LOMBARDI, zu einem Vortrag des Universitätsprofessors Piero CRISPIANI über „Maria MONTESSORI und die europäische Bildungstradition“ in den Giacconi- Saal des Theaters ein.

Professor CRISPIANI ging in seinen Darlegungen auf die verschiedenen Lebensstationen von Maria MONTESSORI ein. Hinsichtlich ihrer pädagogischen Theorien unterstrich er insbesondere folgende Aspekte:

  • Die Bedeutung der Kindheit für das Erwachsenwerden. Die Erfahrungen der Kindheit bestimmen das ganze weitere Leben.
  • Für die Erziehung der Kinder und ihre Vorbereitung auf das Leben muss eine präparierte Umwelt geschaffen werden, die „“Häuser des Kindes“ (casa dei bambini). In Deutschland wurden ähnliche Gedanken von FRÖBEL entwickelt. Die Erzieherinnen müssen ihre Kinder genau kennen.
  • In den casa dei bambini muss immer wieder das innere Gleichgewicht der Kinder hergestellt werden, niemand darf dort herumschreien.

Die Gedanken Maria MONTESSORIS waren weit in die Zukunft gerichtet, ihr Erbe besitzt heute noch Gültigkeit. Deshalb hat sich Chiaravalle auf den Weg gemacht, zu einem Zentrum für die Ausbildung von Erziehern im Geiste von Maria MONTESSORI zu werden.

Kennen lernen der Stadt und der Umgebung

Wagen vom Karnevalsumzug zur „Weißen
Nacht“ in Chiaravalle; Foto: Claudia Schäfer 

Stand von Treuenbrietzen zur „Weißen Nacht“;
Foto: Peter Spitzner

Neben den vielfältigen Gesprächen in den Arbeitsgruppen und während der Arbeitsessen gab es ein reichhaltiges Programm für die Delegationsmitglieder, die nicht an den jeweiligen Gesprächen teilnahmen. Dazu gehörten:

  • Teilnahme an der „Weißen Nacht“ (notte bianca). Die AG Städte mit historischem Stadtkern, die Stadtinformation Treuenbrietzen, der Sattlermeister Uwe MAUER und die Architektin Sabine ZOBEL waren dort mit einem eigenen Stand vertreten. Die „Weiße Nacht“ in Chiaravalle ist eine Mischung aus Karnevalsumzug, Kulturveranstaltungen, offenen Gaststätten und nächtlichen Einkaufsmöglichkeiten in allen interessierte Geschäften
  • Ein Besuch in der Zisterzienser- Abtei Santa Maria in Castagnola in Chiaravalle.
  • Eine Fahrt nach Genga und zu den Höhlen von Frasassi. Dabei legten die vier Mitglieder des Radfahrervereins Rietz und acht weitere Delegationsmitglieder den ca. 70 km langen Rückweg von Genga nach Chiaravalle per Fahrrad zurück, um Land und Leute aus eigenem Erleben noch näher kennen zu lernen.
  • Eine Verkostung regionaler Produkte in der lokalen Fleischfabrik „Salumificio Vito“.

Gruppenfoto aller in den Höhlen von Frasassi;
Foto: Stadt Treuenbrietzen

Der Wahlfahrtsort Loreto;
Foto: Diana Woithe

  • Ein Besichtigung der Sehenswürdigkeiten des Wallfahrtsortes Loreto und der Conero- Küste, einschließlich eines Besuches des Strandes und der Seen von Portonuovo.
  • Eine Entdeckungstour durch Chiaravalle, verbunden mit dem Kennen lernen von typischen Landesprodukten und Plätzen sowie der Beobachtung des alltäglichen Lebens in Chiaravalle.
  • Ein spezieller Badetag für die Schüler in Senigallia an der Adria.

Zum organisatorischen Ablauf der Reise


Bernd Suckau, unser Dolmetscher, der immer
viel zu tun hatte; Foto: Diana Woithe


Erfolgreiche Heimkehr der Delegation in
Treuenbrietzen mit viel Gepäck;
Foto: Claudia Schäfer 

  • Bewährt hat sich die Einsetzung von Arbeitsgruppen für die Bereiche Verwaltung; Kita und Schule; Handel und Gewerbe; Radfahrverein.
  • Die Einsetzung einer Verantwortlichen für Transportfragen (Claudia SCHÄFER) sicherte einen ruhigen reibungslosen Ablauf der An- und Abreise mit dem Bus.
  • Die Einsetzung einer Protokollverantwortlichen (Sandra HOEDT) ermöglichte einen ordnungsgemäßen Ablauf des Besuchsprogramms auch bei kurzfristig auftretenden geringfügigen Änderungen. Insgesamt konnten alle Punkte des Programms erfüllt werden. Ihr freundlich- verbindliches Auftreten und ihre englischen Sprachkenntnisse ermöglichten es Frau HOEDT, schnell ein persönliches Vertrauensverhältnis zur Protokollbeauftragten der Bürgermeisterin von Chiaravalle herzustellen und so alle auftretenden Fragen schnell, unkompliziert und direkt zu lösen.
  • Der Dolmetscher (Bernd SUCKAU) war das meist beschäftigte Mitglied der Delegation. Er leistete eine hervorragende Arbeit durch seine sachkundige Übersetzung aller für den Aufenthalt der Delegation entscheidenden Gespräche.
  • Auch die Verantwortlichen für die Bereiche Schule (Dagmar SCHLENZ), Handel (Sabine ZOBEL) und Radfahren (Gerald PAUL) wurden ihrer Aufgabe jederzeit gerecht und empfahlen sich für eine Mitarbeit in einem künftigen Förderverein Städtepartnerschaft Chiaravalle.

Ernst- Peter Rabenhorst

Anlage 1: Teilnehmerliste der Delegation aus Treuenbrietzen zu Besuch in Chiaravalle

 

Verein/Verband/Gruppe

Name, Vorname

„Aktiv für Treuenbrietzen

(Wirtschaft/Kaufleute/
Händler/Kunst)

Frau Sabine Zobel

Frau Ramona Kreft

Herr Uwe Mauer

Frau Diana Woithe

Frau Doris Kranz

Frau Steffi Kranz

Kind 09: Emily Kranz

Kind 10: Moritz Kranz

Radfahrverein Rietz

Herr Peter Spitzner

Frau Ines Spitzner

Herr Gerald Paul

Grundschule „Albert-Schweitzer“

Frau Dagmar Schlenz

(Lehrerin)

Frau Birgit Knoll

(Erzieherin aus der IKTB)

Kind 01: Arne Schima

Kind 02: Julia Zwinscher

Kind 03: Niklas Knerr

Kind 04: Sarah Wilke

Kind 05: Lea Weisbrod

Kind 06: Elaine Poet

Kind 07: Clara Henkel

Kind 08: Luise Päpke

Kind 09: Luise Plüschke

Schülerzeitung

Kind 10: Saskia Petrak

Schülerzeitung

Kind 11: Nancy Fehre

Schülerzeitung

Kind 12: Rineta Aziri

Schülerzeitung

Frau Karin Schröter

(Erzieherin Kita „Spielkiste“)

Frau Kathrin Mersch

(Erzieherin Kita „Arche Noah“)

Stadtverwaltung Treuen­brietzen

Bürgermeister,

Herr Michael Knape 

Frau Claudia Schäfer 

(Bereich Tourismus)

Frau Sandra Hoedt 

(Bereich Finanzen) 

Herr Ralf Gronemeier 

(Bereich Ordnung und Sicherheit)

Frau Angela Bremer 

(Bereich Ordnung und Sicherheit)

Politische Parteien

FDP 

Herr Peter Gronemeier 

 

FDP 

Herr Michael Mrochen

 

FDP 

Herr Matthias Linde­mann

 

CDU 

Herr Claus-Peter War­tenberg

 

Die Linke 

Frau Katrin Päpke

Prostestantischer Pfarrer (im Ruhestand)

Herr Wolfgang Zimmer­mann

Übersetzer/Dolmetscher

Herr Bernd Suckau

Repräsentant des Partner­schaftsprojekts

Herr Ernst-Peter Raben­horst

 

Zwei Busfahrer