Stadt Treuenbrietzen
Großstraße 105
14929 Treuenbrietzen
Wappen der Stadt Treuenbrietzen 25.05.2019 

 Umgestaltung Südstadt

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  Analyseplan   (7,5 MB)
Strukturplan 1 (0,4 MB)
Strukturplan 2 (0,4 MB)
Strukturplan 3 (0,4 MB)

Mit der hier dargestellten 1. Entwurf zum Gestaltungskonzeptes möchten wir die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu Teilnahme und Mitwirkung an der Ideenfindung zur Gestaltung ihrer Strassen aufrufen.

Ziel der Gestaltungskonzeption ist die Festlegung grundsätzlicher Gestaltungsprinzipien und Standards für den zukünftigen Straßenausbau. Beginnend mit dem Ausbau der Marienkirchstraße (2005/ 2006) sollen die Straßen der südlichen Altstadt von Treuenbrietzen in den nächsten 8 bis 10 Jahren folgen.

Die Abstimmung eines Gesamtentwurfs mit den Bürgern, politischen Vertretern, der Denkmalpflege und den Leitungsträgern soll aber schon jetzt im Vorfeld gewährleisten, dass durch ein homogenes und aufeinander ausgerichtetes und tragfähiges Konzept entsteht – und das den Gestalt- und Funktionsanforderungen einer Stadt mit historischem Stadtkern angemessen ist.

Die Struktur erhalten und dabei die Nutzer berücksichtigen

Die hier dargestellte Vorentwurfsplanung zeigt noch Alternativen und Varianten auf, die diskutiert werden müssen.

Die alternativen Gestaltungsansätze sind:

  • Leitbild 1 zur Gestaltung orientiert sich an der mittelalterlich-landwirtschaftlich geprägte Ackerbürgerstadt bis 1900 mit ihren Straßenräumen mit gemuldeten Rinnen und einem hohen Anteil an Feldsteinpflasterung und wenig Bäumen
  • Leitbild 2 zur Gestaltung orientiert sich an der bürgerlich-märkische Kleinstadt nach dem Bau der Kanalisation ab 1900 mit ihren Straßenräume mit Borden und Gehwegen ("Bürgersteig") sowie Straßenbäumen
  • Leitbild 3 zur Gestaltung orientiert sich aufgrund vorhandener Straßenausbauten auf die Differenzierung nach Querstraßen und Längsstraßen
Die Entscheidung, ob der Ausbau eher mit gemuldeten Rinnen oder mit klaren Bordabgrenzungen erfolgt, wird wesentliche Grundlage für die Materialentscheidung in den Fahrbahn- und Gehwegbereichen haben.

Die Straßenzüge südlich der Großstraße sollen verkehrsberuhigte Zone werden, wie schon das Verkehrskonzept festgelegt hat. Neu ist die Option, die Durchfahrt von der Bäckerstraße zur Jüterbogerstraße zu sperren, wenn die marode Brücke lediglich durch einen Fußgängerbrücke ersetzt würde. Neben der Kostenreduzierung wäre die Bäckerstraße von jeglichem Durchgangsverkehr entlastet und die Umfahrung über die Umgehungsstraße ist Ortsfremden wie Anwohnern des Gebietes zumutbar. Damit böte sich die Chance, teilweise oder im ganzen Quartier südlich der Großstraße einer Mischverkehrsfläche (Gleichberechtigung Autofahrer – Fußgänger) einzuführen.

Der Parkverkehr muss weiter in den Straßen integriert werden – wie derzeit. Jedoch wird vorgeschlagen, die Neue Markstraße jeweils einseitig Stellplatzfrei zu machen, um dem Platz mehr Aufenthaltsqualität zu geben.

Besondere Gestaltungsflächen

Neben dem Plätzen vor und hinter der Rathausinsel an der Großstraße sollen vier Platzräume in der südlich en Altstadt betont werden:
  1. Der trichterförmige Aufweitung in der Neuen Marktstraße soll als Platz mit, wie schon erwähnt, mehr Aufenthaltqualität erlebbar werden, zusätzliche Bäume erhalten und ggf. mit einem Objekt in der Platzmitte betont werden
  2. Der baumbestandende Platz hinter dem Bürgerhaus soll für Veranstaltungen nutzbar und attraktiv gemacht werden und seine Insellage durch niveaugleichen Ausbau noch hervorgehoben. Die Recyclingcontainer werden verlagert.
  3. Mit der Sperrung der Jüterboger Straße und dem Neubau einer kleineren Brücke könnte ein im Paukert-Ring integrierter Platz entstehen, der mit Mauern zu Nieplitz den Raum begrenzt und Sitzbänke bietet. Mit einer modernen Torsituation (z.B. Stahlkonstruktion mit Innenbeleuchtung) soll der Stadteingang neu symbolisiert werden
  4. Wie in vergleichbaren Situationen anderer Städte sollte der Nikolai-Kirchplatz von seinem Grünbewuchs und den absperrenden Zäunen befreit werden und wieder mit drei ursprünglich gegeben Zugängen geöffnet werden, insbesondere zur Neuen Marktstraße. Die anliegenden Privathöfe könnten durch einen Baumring und einen neue Einfriedung abgeschirmt werden.
Der ehemalige Stadtbach, der bis zum Kanalbau Anfang des letzten Jahrhundert durch die Kietzstraße und die Breite Straße floss, ist aufgrund der veränderten Höhensituation und der befahrenen Kietzstraße kaum wiederherstellbar – vielleicht könnte er für ein kurzes Stück wieder belebt werden. Zumindest symbolisch soll er durch eine besonders gestaltet Straßenentwässerungsrinne hervorgehoben werden.

Am 22.11.2004 wurden diese Entwürfe in der öffentlichen Bauausschusssitzung den interessierten Bürgern der Stadt vorgestellt. Der Aufruf geht nun auch an Sie sich an der weiteren Gestaltung der Konzeption zu beteiligen.

Im Frühjahr 2005 soll mit der Denkmalpflege, den Bürgern und den politischen Vertretern die endgültige Konzeption abgestimmt sein.

Ludger Schmitz, Stadtplaner / 02.12. 2004