Hand anlegen, ausprobieren, fragen, erleben – unter diesem Motto startete am 10. Oktober 2025 der „JOB NAVI PM“-Parcours zur Berufs- und Studienorientierung in der Sporthalle der Sportgemeinschaft Geltow e.V. Eine Woche lang, bis zum 16. Oktober, hatten Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark die Gelegenheit, Berufe hautnah zu erleben, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen und ihre Talente zu entdecken.
Insgesamt nahmen zwölf Schulen aus dem Landkreis teil – darunter die Evangelische Gesamtschule Kleinmachnow, die Schule am Plessower See Werder, die Oberschule Brück, die Gesamtschule Treuenbrietzen und viele weitere. Bereits im Sommer hatten andere Gesamtschulen und Gymnasien des Landkreises an ähnlichen Stationen des JOB NAVI PM teilgenommen – mit großem Erfolg.
„Unser Ziel ist es, Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen – mit ganz praktischen Erfahrungen“, erklärt Linda Schröder vom Projekt Schule & Wirtschaftsforum PM der TGZ PM GmbH. „Viele wissen noch nicht genau, welcher Beruf zu ihnen passt. JOB NAVI PM schafft einen sicheren Raum zum Ausprobieren und Entdecken. Hier darf ausprobiert werden – das ist ausdrücklich erwünscht!“
Ein Parcours voller Möglichkeiten
Mehr als 40 Unternehmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen waren in Geltow mit praxisnahen Stationen vertreten. An jeder Station konnten die Jugendlichen berufstypische Aufgaben lösen – mal handwerklich, mal digital, mal sozial.
So lässt die temps GmbH die Teilnehmenden Spachtelmasse auftragen und Kanten abkleben – Aufgaben, bei der Präzision und Geduld gefragt sind. Bei Xella dürfen Jugendliche den Umgang mit Werkzeugen ausprobieren und erfahren, wie vielfältig die Baubranche ist. Veinland GmbH zeigt, wie moderne Messtechnik und Softwareentwicklung zusammenwirken, während die Polizei Brandenburg einen Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche gab.
Auch touristische und pflegerische Berufe waren vertreten: Bei der SteinTherme Bad Belzig konnten die Schülerinnen und Schüler einen Reanimationsdummy bedienen und lernen, wie man in Notfällen richtig reagiert. Bei ProCurand gab es die Möglichkeit, den Blutdruck sowie den Puls selbständig zu messen.
„Wir wollen jungen Menschen zeigen, dass Beruf nicht nur Job bedeutet, sondern Sinn, Verantwortung und Gemeinschaft“, sagt Mandy Große, ebenfalls vom Projekt Schule & Wirtschaftsforum PM. „Die Praxisnähe ist der Schlüssel – sie öffnet Augen und Herzen gleichermaßen.“
Unternehmen und Schulen im Dialog
Der Parcours JOB NAVI PM versteht sich als Netzwerkplattform zwischen Schulen und Wirtschaft. Neben dem praktischen Ausprobieren steht auch der Dialog im Vordergrund: Ausbilderinnen und Ausbilder, Personalverantwortliche und Azubis berichten aus erster Hand über ihre Berufserfahrungen, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege. Besonders beliebt sind die Gespräche mit den sogenannten Azubibotschaftern, die auf Augenhöhe mit den Jugendlichen über ihren Alltag berichten.
„Berufsorientierung gelingt dann, wenn wir Perspektiven greifbar machen“, betont Caroline Stallbaum, auch vom Projekt Schule & Wirtschaftsforum PM. „Viele Jugendliche wissen gar nicht, welche Vielfalt an Ausbildungsberufen und Studiengängen direkt hier in der Region auf sie wartet. JOB NAVI PM zeigt: Man muss nicht wegziehen, um Chancen zu haben.“
Landkreis unterstützt praxisnahe Orientierung
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark unterstützt das Projekt finanziell und personell. Dr. Christoph Löwer, Beigeordneter des Landkreises, hebt die Bedeutung des JOB NAVI PM hervor:
„JOB NAVI PM ist ein Leuchtturmprojekt in unserer Bildungslandschaft. Es verbindet Schulen, Unternehmen und Verwaltung in einem gemeinsamen Anliegen: unseren Jugendlichen Wege in eine selbstbestimmte Zukunft zu eröffnen. Wir investieren hier nicht nur in Berufsorientierung, sondern in Lebensperspektiven.“
Löwer betont zudem den regionalen Mehrwert: „Die Betriebe in Potsdam-Mittelmark suchen Nachwuchs – und die Jugendlichen suchen Orientierung. JOB NAVI PM bringt beide Seiten zusammen. Das stärkt unsere Wirtschaft und bindet junge Menschen an die Region.“
Gemeinsam Zukunft gestalten
In der Sporthalle Geltow herrschte in den letzten Tagen reger Betrieb: Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in verschiedene Berufsbranchen und Aufgabenfelder, lernten Ausbilderinnen, Ausbilder sowie Auszubildende kennen, probierten neue Sachen aus und sammelten viele Erfahrungen. Der ein oder andere sprang auch mal über seinen eigenen Schatten und ließ sich an einem Dreibein hochziehen oder durchquerte den Parcours mit einem Rollstuhl. Jede Übung der Unternehmen wurde so gestaltet, dass sie spielerisch Kompetenzen sichtbar machte – von handwerklichem Geschick über Kommunikationsfähigkeit bis zu Problemlösung.
„Solche Übungen machen Mut und schaffen Erfolgserlebnisse“, meint Linda Schröder. „Viele Jugendliche entdecken hier Fähigkeiten, die sie selbst gar nicht kannten.“
Einbeziehung von Eltern
Im Rahmen des Parcours JOB NAVI PM fand ein Online-Elternabend statt, bei dem zentrale Fragen rund um die berufliche Zukunft junger Menschen im Fokus standen. Zudem stellten Unternehmen und Institutionen ihre Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten vor und standen den Eltern für Fragen zur Verfügung. Auch die Agentur für Arbeit nahm teil und gab wichtige Hinweise und Tipps zum Berufsfindungsprozess.
„Berufsorientierung ist nicht allein Aufgabe der Schulen oder Betriebe – sie ist auch Familiensache.“, so Caroline Stallbaum. „Denn die ersten Berufsberater bleiben die Eltern.“